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WAS GIBT ES NEUES?

Bewegung als wichtiger Ausgleich bei Krebserkrankungen

Bewegung als wichtiger Ausgleich bei Krebserkrankungen

Körperliche Aktivität und eine Krebserkrankung schließen sich nicht gegenseitig aus. Denn: Bewegung kann nicht nur vorbeugen, sondern auch eine medizinische Therapie gut unterstützen und somit die Lebensqualität verbessern. Deshalb sollte die Bewegungstherapie ab dem Moment der Diagnose therapiebegleitend eine wichtige Rolle spielen. Doch welche Bewegungsformen empfehlen sich in welchem Ausmaß bei welcher Behandlung?

Bewegung als wichtiger Ausgleich bei Krebserkrankungen

Es wird heute davon ausgegangen, dass sportlich aktive Menschen ihr Risiko einer Krebserkrankung verringern können. Wie Forscher herausfanden, kann körperliche Aktivität darüber hinaus dazu beitragen, den Verlauf einer Krebserkrankung günstig zu beeinflussen. Das gilt auch für Patienten mit Prostatakrebs. Die gute Nachricht dabei: Patienten, die sich eher zu den „Coach-Potatoes“ zählen, können ebenfalls von sportlicher Aktivität profitieren.1

Mit Sport das Leben verlängern

Ein Blick auf wissenschaftliche Studien zeigt, dass Sport das Leben verlängern kann: In einer amerikanischen Studie lebten Männer mit Prostatakrebs, die sich regelmäßig moderat intensiv bewegt hatten – beispielsweise mindestens drei Stunden pro Woche gejoggt hatten oder geschwommen waren – länger als diejenigen Männer, die weniger als eine Stunde in der Woche entsprechend sportlich aktiv waren.2 In einer kanadischen Langzeitstudie mit 830 Prostatakrebspatienten lebten diejenigen Männern länger, die sowohl vor als auch nach der Diagnose in ihrer Freizeit viel Sport getrieben hatten, als Männer, die sich weniger sportlich betätigten.3

Das ist noch nicht alles: Regelmäßige Bewegung tut auch der Seele gut. Sportler haben eine andere Köperwahrnehmung als „Bewegungsmuffel“ und können besser mit Ängsten und Stress zurecht kommen. Sportlich aktive Menschen schlafen besser und fühlen sich insgesamt wohler und belastbarer. Sport kurbelt den Energiehaushalt an, was dazu beiträgt, das Gewicht zu halten. Darüber hinaus beeinflusst körperliche Aktivität das Immunsystem positiv. Hinzu kommt, dass sich die körperliche Aktivität auch positiv auf die Patienten auswirken kann.1,4

Drei mal pro Woche 60 Minuten Bewegung tut gut

Laut Empfehlung der Deutschen Krebshilfe scheint es sinnvoll, wenn sich Patienten dreimal in der Woche jeweils 60 Minuten bewegen. Wer sich lieber über einen kürzeren Zeitraum bewegen möchte, kann auch fünf bis sechsmal 30 Minuten körperlich aktiv sein. Besonders gut eignen sich Sportarten wie Schwimmen, Fußballspielen oder Joggen. Bei diesen Sportarten ist der Energieverbrauch in einer Stunde pro Kilogramm Köpergewicht ideal (englisch: metabolic equivalent task, MET). Auch Tätigkeiten wie Staubsaugen, Gartenarbeit oder Rasenmähen stellen eine gute Möglichkeit dar, um das MET-Konto aufzufüllen. Das gilt auch für Radfahren oder Spazierengehen.1

Besonders vorteilhaft ist ein kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining – das zusätzliche Übungen beeinhaltet, um die Flexibilität und Koordination zu schulen. Allerdings sollten Patienten unbedingt darauf achten, dass sie sich nicht überlasten und sich nach dem Training erholen.1

Eine maßgebliche Rolle sowohl in der Phase der akuten Erkrankung als auch in der Rehabilitation spielt das Koordinationstraining. Bei dieser Form des Trainings besteht nahezu keine Verletzungefahr und es ist leicht erlernbar. Beim Koordinationstraining geht es darum, dass bei jedem Bewegunsgablauf die Muskeln miteinander abgestimmt werden. Patienten spüren die Wirkung des Trainings daran, dass die Handlungsabläufe einfacher werden. Außerdem kostet die einzelne Bewegung weniger Kraft, fehlende Energie wird ersetzt und der Gleichgewichtssinn verbessert.1

Da in bei den meisten Trainingsarten die Beweglichkeit des Körpers zu kurz kommt, kann diese mithilfe eines Beweglichkeitstrainings gezielt verbessert werden. Ein Bewegungstraining kann alleine oder zusammen mit einem Partner durchgeführt werden. Bemerkbar macht sich das Training durch eine gelockerte Muskulatur. Zudem werden Fehlhaltungen, Schmerzen und Muskelverkürzungen vorgebeugt und die Durchblutung verbessert.1

Grundsätzlich ist wichtig, dass Patienten bei der Wahl der Sportart darauf achten, wie es ihnen geht und wie belastbar sie sind. Dabei gilt: Es sollte eine Bewegungsform ausgewählt werden, die Spaß macht.4

Patienten mit Prostatakrebs sollten – insbesondere dann, wenn die Erkrankung fortgeschritten ist – unbedingt mit ihrem Arzt abklären, welche Art der sportlichen Betätigung in welchem Umfang möglich ist.4

Wo gibt es Sportangebote für Krebspatienten?

Eine Möglichkeit, sich über Sportangebote speziell für Krebspatienten zu informieren, sind große Krebszentren und Kliniken. Ferner bieten Krankenkassen, Selbsthilfegruppen und Krebsberatungsstellen Informationen an.

Sportangebote in der Region finden Interessierte auf den Internetseiten des Deutschen Olympischen Sportbunds

Carlo Thränhardt, Botschafter Aufklärungskampagne ‚Männer.Reden.Jetzt.‘ und ehemaliger Weltklassehochspringer, gibt Prostatakrebs-Patienten und Angehörigen Tipps für Entspannungstechniken. Die Übungen vermitteln den Patienten, wie sie körperlich und seelisch besser mit ihrer Erkrankung umgehen können. Die Videos zu den Übungen sind auf der Facebookseite der Kampagne unter diesem Link abrufbar.



Literatur


1. Sport bei Krebs - so wichtig wie ein Medikament – Deutsche Krebsgesellschaft

2. Stacey N. Kenfied, Physical Activity and Survival After Prostate Cancer Diagnosis in the Health Professionals Follow-Up Study (2010) – Journal of Clinical Oncology

3. Christine M. Friedenreich, Physical Activity and Survival After Prostate Cancer (2016) – European Urology

4. Sport und Bewegung bei Krebs - Tipps für Patienten – Deutsches Krebsforschungszentrum