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WAS GIBT ES NEUES?

Als Krebspatient auf Reisen

Als Krebspatient auf Reisen

Der Sommer ist die Zeit des Reisens. Neue Gegenden erkunden, fremde Länder entdecken oder sich einfach erholen – das lenkt von der Krankheit ab und hilft, wieder Kraft zu tanken. Grundsätzlich schließen weder Therapie noch Erkrankung einen Urlaub aus. Allerdings muss vor Antritt der Reise einiges beachtet und geplant werden, damit Sie als Krebspatient beruhigt in die schönste Zeit des Jahres starten können[1].

Als Krebspatient auf Reisen

Bevor Sie in den Urlaub fahren, sollten Sie Ihren Arzt über Ihre Reisepläne informieren, denn nur der Arzt kann Ihre Reisefähigkeit sicher einschätzen und eine Empfehlung zu den Reiseplänen geben[1]. Steht nicht fest, ob Sie eine längere Reise überhaupt machen können, eignet sich manchmal auch ein Kurzurlaub (zwei bis drei Tage), um die eigene Reisefähigkeit zu testen. Dabei kann man schnell feststellen, was Spaß macht, was strapaziös oder erschöpfend ist und ob man sich vielleicht zu viel vorgenommen hat[2].

Auswahl eines geeigneten Reiseziels

Auch bei der Wahl des Reiseziels ist der Arzt ein guter Ansprechpartner. Mit ihm können vorab viele Fragen erörtert werden: Darf ich fliegen? Nach Operationen müssen Patienten normalerweise einige Zeit warten, bis sie in ein Flugzeug steigen dürfen, denn die Druckschwankungen können zu Problemen führen. Durch das lange Sitzen können Blutgerinnsel entstehen. Hier reichen zur Vorbeugung meist Kompressionsstrümpfe aus. Der Arzt wir Sie beraten. Darf ich Auto fahren? Einige Medikamente wie Schmerzmittel oder Mittel gegen Übelkeit können die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Informationen hierzu liefert der Beipackzettel. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt die Fahrtüchtigkeit bescheinigen, sonst riskieren Sie möglicherweise Ihren Versicherungsschutz[1]. Weiterhin sollte mit dem Arzt geklärt werden: Müssen vorbeugende Maßnahmen für die An- und Abreise ergriffen werden? Brauche ich eine medizinische Behandlung am Urlaubsort? Wie sind dort die medizinischen Gegebenheiten? Vor allem bei Reisen in bestimmte Länder können Impfungen und Maßnahmen zum Infektionsschutz wichtig sein. Wurde eine Krebsbehandlung erfolgreich abgeschlossen und liegt längere Zeit zurück, besteht in der Regel kein erhöhtes Infektionsrisiko verglichen mit gesunden Menschen[1].

Krankenversicherung und Auslandsreiseversicherung

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung werden nur im Inland erbracht. Somit können Sie als gesetzlich Versicherter überall in Deutschland mit Ihrer Chipkarte zum Arzt gehen. Fahren Sie jedoch ins Ausland, sollten Sie sich bei Ihrer Krankenkasse vorher beraten lassen, denn vielleicht benötigen Sie eine private Auslandskrankenversicherung. Klären Sie mit der Krankenkasse, ob Ihr Versicherungsschutz ausreichend ist, eventuell entstehende Behandlungskosten übernommen werden, Sie am Urlaubsort per Vorauskasse zahlen müssen oder auch, ob im Notfall ein Rücktransport möglich ist. Sollten Sie eine Reisekrankenversicherung abschließen, ist es ratsam, sich vor Abschluss der Versicherung eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vom behandelnden Arzt ausstellen zu lassen, damit diese ebenfalls in den Reisekrankenschutz mit einbezogen wird. Der Arzt sollte darin bestätigen, dass die Krankheit so gut eingestellt ist, dass gegenwärtig nicht mit einem Versicherungsfall zu rechnen ist und er gegen Reiseziel, Reisedauer und Art der Reise aus medizinischer Sicht keine Einwände hat. Diese Bescheinigung sollte unmittelbar vor Reisebeginn ausgestellt werden[2,3].

Medikamenteneinnahme im Urlaub

Beim Packen Ihrer Reiseapotheke sollten Sie prüfen, ob Ihre Medikamente Kälte, Hitze oder Feuchtigkeit vertragen und Sie genügend Vorrat dabei haben – auch für ein paar Tage über den Urlaub hinaus, da es immer Verzögerungen bei der Heimreise geben kann. Die Beipackzettel der Medikamente sollten Sie bei sich tragen beziehungsweise bei Flugreisen immer im Handgepäck verstauen. Klären Sie mit Ihrem Arzt, ob notfalls Ihre Medikamente oder vergleichbare Mittel am Urlaubsort erhältlich sind. Arzneimittel, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, dürfen in viele Länder in kleinen Mengen eingeführt werden, jedoch nur mit ärztlicher Bescheinigung und Beglaubigung der zuständigen Gesundheitsbehörde. Da dies meist nicht von heute auf morgen möglich ist, planen Sie für diese Genehmigungen genügend Vorlaufzeit ein. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte bietet auf der Webseite der Bundesopiumstelle ein Formular für die EU und weitere Länder an: http://www.bfarm.de[3].



Literatur


1. Als Krebspatient in den Urlaub – Deutsche Krebsgesellschaft

2. Urlaub mit der Erkrankung – Das Lebenshaus

3. Als Krebspatient unterwegs – Krebsinformationsdienst